Streik-Ticker #16:

+++ Ca. 10 Menschen am Streiposten. +++ Dazu Betriebsrunden durch ca. 20 Betriebe. +++ Früherer Abbruch des Streikpostens um Demonstration am Donnerstag mit Plakaten zu bewerben. +++

Artikel der Alternativen Dresden News;: Wirbel in der Neustädter Gastroszene

Den Artikel findet ihr hier.

Pressemitteilung: BNG-Streik – Klage gegen Chefin und Demonstration

BNG in vierter Streikwoche. Gewerkschaftsdemo zu Bedingungen in der Gastro angekündigt.

Seit über 20 Tagen streiken drei Kellner_innen in der Kneipe Trotzdem für einen Haustarifvertrag. Da die Chefin keinerlei Verhandlungsbereitschaft bzgl. Tarifvertrag und Rücknahme der Kündigungen zeigt, klagt die Gewerkschaft nun gegen letztere. Am Donnerstag den 27. Februar kündigt die BNG außerdem eine Demonstration zu den allgemeinen Missständen in der Dresdner Gastronomie-Branche an.

Weiterhin stehen täglich Streikposten vor dem Betrieb. Immer mehr Gäste meiden das Lokal aufgrund seiner gewerkschaftsfeindlichen Praxis. Zeitgleich bemüht sich die Gewerkschaft BNG um eine Ausweitung der notwendigen Debatte auf die gesamte prekäre Branche in der Dresdner Neustadt. So fand eine öffentliche Arbeitsrecht-Schulung statt, an der Interessierte aus acht Betrieben teilnahmen.

Die für den 27. Februar um 19 Uhr geplante Gewerkschaftsdemonstration steht unter dem Motto „So geht’s nicht weiter in der Gastro!“. Jeanette Schmidt (26) von der BNG sagt dazu: „Wir wollen Kund_innen und Kolleg_innen erreichen und während der Demo auch auf die Betriebe eingehen.“ Vom Trotzdem aus soll eine Runde durch das belebte Kneipenviertel gezogen werden, um abschließend wieder am Streikposten anzukommen.

Gegen die Kündigung der drei Kolleg_innen im Trotzdem hat die Gewerkschaft nun auch Klage eingereicht. „Wir denken die Kündigung ist unhaltbar. Wir hätten der Chefin den Rechtsweg gerne erspart, aber ihre mangelnde Verhandlungsbereitschaft und die gesetzlichen Fristen zwingen uns nun zu diesem Schritt.“, sagt Wolf Meyer (25) von der BNG-Betriebsgruppe. Die Gewerkschaft hält weiterhin an ihren Forderungen nach einem Haustarifvertrag fest. Sie fordert die Betreiberin des Trotzdem regelmäßig zu Gesprächen auf.

DNN-Artikel: „Klassenkampf in linker Szene-Kneipe“

Vorneweg eine Richtigstellung: Während des Interviews wurde nicht, wie im Artikel behauptet, darüber spekuliert wie die Betreiberin des Trotzdems zur Lohnerhöhung vom Mai 2013 stand. Den Artikel findet ihr hier.

Streik-Ticker #15:

+++ 10 – 25 Menschen am Streikposten. +++ Ca. 40 Gäste drehten nach Erklärung des Konflikts wieder um. +++ Konzert von Andi Valandi, Al arm und Arne mit der Quetsche. +++ Gute Stimmung. +++ Werbung für Demo am Donnerstag läuft an. +++

Richtigstellung: Streik-Schild nur geklaut, nicht zerrissen

Am Freitag wurde das Schild des Streikpostens „Dieser Betrieb wird bestreikt!“ von einer Person entwendet und ins Trotzdem mitgenommen (siehe Streik-Ticker #14). Obwohl es für mehrere Personen vorm Lokal anders aussah, möchte die Person die das Streik-Schild entwendet hat festgestellt haben, dass sie es danach nicht zerriss. Die anwesenden Streikposten hatten sich scheinbar verguckt. Wir kommen der Bitte auf Richtigstellung also hiermit nach: Das Schild wurde nur geklaut, nicht kaputt gemacht. :)

Demonstrations-Aufruf: So geht’s nicht weiter in der Gastro!

Vor knapp drei Wochen begannen sich die Kellner_innen der Dresdner Kneipe Trotzdem mit Protest gegen ihre Kündigung zu wehren und für einen Haustarifvertrag zu streiken (1). Unterstützt werden sie dabei von der jungen Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie (BNG-FAU). Doch wie sich auf unserem Lohnspiegel (2) erkennen lässt, sieht es in vielen Betrieben noch weit schlimmer aus.

Um so deutlicher wird unsere Erfahrung: Die Verhältnisse in der Dresdner Gastronomie sind insgesamt prekär und als Beschäftigte haben wir nur eine Chance, wenn wir uns regelmäßig austauschen, über unsere Rechte informieren und uns wehren. Dabei geht es z.B. um Personalkalkulation, Beschäftigungsmodelle, sexistische Einstellungspraxis und vieles mehr. Wir wissen, dass diese grundlegenden Probleme von Kolleg_innen und Gewerkschaft im Betrieb angegangen werden müssen. Wollen wir viel erreichen brauchen wir aber auch die Sensibilisierung anderer Kolleg_innen, Kund_innen und der Medien. Diese wollen wir durch unsere Demonstration

So geht’s nicht weiter in der Gastro!

Start: 27.2 | 19 Uhr | Alaunstraße 81, vorm „Trotzdem“

befördern und gleichzeitig eine Möglichkeit geben unserem Ärger Luft zu machen und zu sehen, dass wir nicht alleine stehen. Geplant ist gemeinsam eine ca. 2 km lange Route durchs Kneipenviertel zu gehen und dabei die Kolleg_innen und Kund_innen mit Flugblättern zu informieren.

Unabhängig von dieser Demonstration arbeiten wir als Gewerkschaft aber auch tagtäglich an einer Verbesserung unserer Situation und an einer wachsenden Vernetzung unter uns Kolleg_innen. Als Beispiel kann der von der BNG unabhängige Emailverteiler für kritische Gastro-Arbeiter_innen (3), unsere Infobroschüren und Bildungsangebote (4) oder unsere Kampagne für einen gewerkschaftlich durchgesetzten Mindestlohn in der Dresdner Gastronomie gelten.

Deswegen: Kommt zur Demo! Lasst uns weiterbilden, organisieren, unbequem bleiben!

(1) trotzdemunbequem.blogsport.de/

(2) https://bng.libertaeres-netzwerk.org/

(3) Um eingetragen zu werden bitte eine Mail an bng-dd@fau.org

(4) https://bng.libertaeres-netzwerk.org

Streik-Ticker #14:

+++ Mittwoch und Donnerstag: +++ 5 – 20 am Streikposten. +++ Keine besonderen Vorkommnisse. +++ Freitag: +++ 10 – 30 Leute am Streikposten. +++ Eine Person klaut das „Dieser Betrieb wird bestreikt!“-Schild, nimmt es mit ins Trotzdem und zerreißt es demonstrativ. +++ Eine 3/4 Stunde später steht ein besseres Schild vorm Lokal. +++ Streikposten wurde von „Atze Wellblech“ musikalisch unterstützt. +++ Viele Menschen blieben stehen. +++ Trotzdem weiterhin recht leer. +++ Familie und Freunde der Chefin treten mittlerweile deutlich agressiver auf. +++

Solidarität mit dem Hostel-Protest in Berlin!

Aktuell wehren sich ehemalige Hostel-Beschäftigte in Berlin gegen Arbeitsbedingungen und Betrug der übelsten Sorte. Es geht dabei um das Amadeus Hostel in Berlin Mitte.. Alle Infos hier. Hier die Solidaritätsbekundung unserer Betriebsgruppe:

Solidaritätsbekundung an die ehemaligen Beschäftigten des Amadeus Hostel Berlin

Liebe Kolleg_innen, wir haben von eurem Kampf gegen die miesen Arbeitsbedingungen im Amadeus Hostel erfahren. Wie ihr behandelt oder besser betrogen wurdet ist erschreckend, wenn auch sicher leider kein Einzelfall. Als Beschäftigte der prekären Gastronomie führen wir aktuell selbst einen Kampf gegen die Kündigung von drei Gewerkschafter_innen in einer Szene-Kneipe. Aktuell sind wir seit knapp drei Wochen im Streik und organisieren tägliche Protestposten vor unserem Betrieb.

Es gibt uns Kraft, dass auch bei euch etwas passiert, ihr euch wehrt und nicht mehr alles gefallen lasst. Wir hoffen das Aktionen wie eure Kampagne und unser Streik dazu beitragen können, dass Ausbeuter_innen sich nicht mehr alles trauen und Beschäftigte den Mut finden miteinander zu sprechen und ihre Interessen durchzusetzen. Wenn wir euch im Rahmen unserer Möglichkeiten praktisch in einer Form unterstützen können, sagt Bescheid.

Liebe Grüße, wir denken an euch.

Die BNG-FAU-Betriebsgruppe „Trotzdem unbequem!“, Dresden

Atze Wellblech-Konzert vor‘m Streikposten

Das Folk/Punk/Reggea-Duo „Atze Wellblech“ kommt am Freitag 21.02. nach Dresden und spielt u.a. bei uns auf dem Streikposten. Konzertbeginn ist 20:00

Weil auch linke Musiker_innen von irgendwas leben müssen, spielen die beiden danach noch in der Martin-Luther-Straße 33.